Vegas is gonna be so much fun! – Las Vegas

3. April 2017

Was in Vegas passiert, bleibt in Vegas. Tatsächlich hat unsere Autorin Janna an der vorletzten Station ihrer Reise durch die USA erstmals Schwierigkeiten, Antworten auf ihre Fragen zu bekommen. Schließlich hat Marcque seine Zukunftsaussichten für unsere Serie „SSP asks USA“ beschrieben: Er glaubt an Trump.

Text von Janna Ringena
Fotos von Isabell Guntermann und Pixabay

Die Stadt Las Vegas hat ihren Ursprung in dem Fund einer Oase in der Wüste Nevadas durch mexikanische Händler im Jahr 1830: „Las Vegas“ bedeutet „die Auen“. Hundert Jahre später begann der Bau des Hoover Damms, der den Colorado River bis heute zum Lake Mead staut und aus dem die Stadt neunzig Prozent ihrer Wasserversorgung bezieht. Außerdem dient er der Stromproduktion. Durch den Bau des Damms wurden mitten in der Wirtschaftskrise viele Arbeitsplätze geschaffen – die Stadt erlebte ihren ersten großen Aufschwung, der durch die gleichzeitige Legalisierung des Glücksspiels verstärkt wurde. Lange war sie die am schnellsten wachsende Stadt der Vereinigten Staaten.

Viel Prunk, keine Antworten

Heute leben hier zwei Millionen Menschen, während der gesamte Staat Nevada nur 2,7 Millionen Einwohner zählt. Von einer naturbelassenen Oase ist nichts mehr zu sehen, der Wasserstand des Lake Mead ist seit 1940 um fünfzig Meter gesunken. Es herrscht „Dürrealarm“, schon seit 15 Jahren. Der Bau neuer Swimmingpools wurde verboten. Dem klassischen Touristen bleibt dies aber verborgen, vor den großen Hotels sowie Casinos sprühen weiterhin die Fontänen und es werden venezianische Gondelfahrten über künstlich angelegte Kanäle angeboten. Las Vegas wird auch „Sin City“ genannt. Es geht hier hauptsächlich darum, so viel Spaß wie möglich zu haben. Schon die Menschen, die wir zuvor auf unserer Reise getroffen und denen wir von unseren nächsten Stationen erzählt haben, reagierten stets begeistert mit den Worten: „Vegas is gonna be sooo much fun!!“ Man fühlt sich hier wie auf dem Ballermann Amerikas, ein bisschen wie auf einer vom Rest der Welt abgeschnittenen Insel.

Kritische Themen wie der chronische Wassermangel oder Umweltverschmutzung werden schlicht tabuisiert. Die großen Casinos verbrauchen teilweise genauso viel Energie wie eine Kleinstadt. In jeder anderen amerikanischen Großstadt waren lokale Zeitungen gratis auf den Straßen ausgelegt, hier fehlt davon jede Spur. Beim Einkauf in einem kleinen Supermarkt wurden wir als Deutsche erkannt, weil wir die Plastiktüte ablehnten. Der Verkäufer zeigte wenig Verständnis, von Umweltverschmutzung sei schließlich keine Rede, wenn man die Tüte in den Mülleimer und nicht auf die Straße werfe. An meiner Befragung teilnehmen wollte er nicht, gleiches gilt für den Busfahrer, der uns zum Grand Canyon gefahren hat. Erstmalig war es tatsächlich etwas schwieriger, Antworten auf die Fragen zu den Wünschen und Erwartungen im Hinblick auf die kommenden vier Jahre zu erhalten.

„I hope that we’ll have more jobs and a better economy.“

Marcque hat sich schließlich bereit erklärt und sich gefreut, an der Umfrage teilzunehmen. Er ist 28 Jahre alt, lebt schon sein gesamtes Leben in Las Vegas und arbeitet an der Rezeption eines Motels sowie an einer Tankstelle. Für die nächsten vier Jahre wünscht er sich mehr Arbeitsplätze und einen wirtschaftlichen Aufschwung: „I hope that we’ll have more jobs and a better economy.“ Er kritisiert, dass in der Stadt Millionen von Dollar in ein großes Footballstadion gesteckt werden, anstatt dieses zum Beispiel in bessere Bildungsmöglichkeiten zu investieren. An Präsident Trump schätzt er, dass er sehr direkt ist und sich für die innere Sicherheit einsetzt. In Bezug darauf erwartet er erhebliche Fortschritte in den nächsten vier Jahren.

In Nevada gewann Hillary Clinton gegen Donald Trump nur knapp mit zwei Prozentpunkten Vorsprung. Dies wird sicherlich nicht ihrer Klimapolitik zu verdanken sein. Die jüngsten Maßnahmen Trumps werden von den Anwohnern, die von der Tourismusbranche in Las Vegas profitieren, sicherlich begrüßt. Fragt sich nur, wie lange noch. Ein Steigen des Wasserstandes des Lake Mead ist jedenfalls nicht in Sicht.

Unsere Reise neigt sich dem Ende zu. Mit dem Auto geht es nun durch Kalifornien in Richtung San Francisco.

Lest Teil 4 unserer Serie „SSP asks USA“: We care – Austin, Texas
Lest Teil 6 unserer Serie „SSP asks USA“: We all deserve a healthy and safe community – San Francisco


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