Intro/ Outro im Interview Wie entsteht eine Band und was können junge Musiker daraus lernen?

Michael, Kaspar, Ben und Jan musizieren schon seit 2003 zusammen, zwei Jahre später gründen sie die Münsteraner Indie-Rock Band Intro/Outro. Im Interview fragen wir Jan nicht nur, wie es zu Intro/Outro kam, sondern auch, was er jungen Musikern raten würde. 

Michael, Kaspar und Jan lernten sich während des Studiums in Münster kennen und hatten schon mit ihrer Band Burned Bridges einen ähnlichen Grund-Sound, wie sie ihn auch heute noch auf die Bühne bringen. Doch seitdem hat sich einiges verändert. Die Jungs mussten sich 2006 trennen, trafen aber in Berlin wieder aufeinander. Dort stieß auch ihr Schlagzeuger Ben dazu. Die 2014 neu gegründete Band Intro/Outro nahm schnell ihr erstes Album A Call To You From The Backyard auf und legte Anfang März 2019 die EP The Longest Way nach.

Was ist euer Schlüssel für einen erfolgreichen Auftritt, wie beim Radio-Q-Bandcontest vergangenes Jahr?

Wir haben damals noch nicht viel live gespielt. Radio Q war unser zweiter Auftritt. Ich glaube, dass wir da ziemlich locker rein gegangen sind. Auf der Bühne zu stehen, ist natürlich ein Adrenalin-Moment, wir hatten aber für unsere Verhältnisse sehr viel geprobt und dadurch eine gewisse Selbstsicherheit. Wir hatten viel Spaß da oben und das haben auch die Leute vor der Bühne gemerkt. 

Was empfehlt ihr jungen Künstlern, die selbst bekannter werden wollen?

Ich würde jetzt gar nicht sagen, dass wir selbst groß rausgekommen sind. Was ich sehr spannend finde, ist die Rolle von Social Media. Vor allem Instagram half, in die Szene zu kommen. Es ist schön, direktes Feedback zu bekommen.

Man muss aber auch Auftritte spielen. Es macht nicht nur viel Spaß, sondern man lernt Leute kennen, baut sich ein Netzwerk auf. Ebenfalls ist es gut, wenn man in seiner lokalen Szene als Zuschauer unterwegs ist und mit Bands und Fans ins Gespräch kommt.

Was könnt ihr zu Bandnamen sagen?

Tatsächlich finde ich Bandnamen unglaublich schwierig. Schaut man sich große Bands an, macht der Name oft gar keinen Sinn. Der Name wird hinterher aufgeladen mit dem, wofür die Band steht. Mit ihrer Musik, ihrem Stil und den mit ihnen verbundenen Geschichten. Ich kenne das eigentlich nur so, dass man sich kurz vor dem ersten Plakat mit einem Namen beschäftigt. 

Ihr habt euch ganz viel selbst erarbeitet. Denkst Du, ein Mentor hätte euch helfen können, Dinge schneller zu erreichen?

Ich glaube schon, dass das helfen kann. Michael hat vor der letzten Platte ein paar Bekannten unsere Tracks vorgespielt. Es war wirklich interessant, den unterschiedlichen Fokus zu sehen. Der eine hört, ob die Melodie schön ist, der andere sagt: „Da hast du drei mal eingeatmet, das hör ich sofort, das musst du schneiden.”

Ich glaube, dass man seinen eigenen Stil entwickeln sollte, aber jemand der sich auskennt, kann einen dabei unterstützen. Letztendlich kann man selbst entscheiden, was man davon mitnimmt.

Was ist es, was eure Musik ausmacht?

Diese Indie/Alternative-Sache kommt von Michi und Kaspar. Der damalige Schlagzeuger und ich sind eher aus der Rock-Richtung gekommen. Das war dann eine interessante Mischung. Wir haben von Michael und Kaspar sehr eingängige Melodien und eine gewisse Tanzbarkeit. Ben und ich setzen dem einen gewissen Bums entgegen, den wir auf dem neuen Album noch stärker herausgearbeitet haben. 

Wie ist euer Zusammenleben als Band?

Dadurch, dass wir alle viel eingebunden sind, verbringen wir leider nicht so viel Zeit miteinander. Wenn mal jemand aus dem Urlaub zurück kommt, dann ist der Klassiker: „Und wie war Dein Urlaub so?“ „Gut.“ „Schön, jetzt lass uns proben.“ Wir erzählen uns schon ein bisschen drum herum, aber wir haben alle diesen Drang, wirklich Musik zu machen. Es ist fast ein bisschen schade, aber dafür steht die Musik im Vordergrund und das hört man auch.

Was sind eure weiteren Ziele?

Unser Ziel ist nicht, als Vorband der Foo Fighters aufzutreten, oder wie die Foo Fighter zu sein. Dass wir uns dessen bewusst sind, lässt uns da entspannter rangehen. Wir wollen mehr live spielen, mehr Leute treffen, einfach gute Musik machen. Wir müssen keine Songs in den Charts platzieren oder irgendwelche Riesen-Hallen ausverkaufen. Wir machen das, weil uns die Musik unglaublich wichtig ist.

Gibt es noch etwas, was du oder ihr als Band unseren Lesern sagen wollt?

Hört Musik, macht Musik, hört Euch lokale Bands an.

 

Dieser Artikel stammt aus der aktuellen Ausgabe des Semesterspiegels (#438). Weitere Inhalte findet ihr exklusiv nur im Heft (PDF).

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