Mittendrin in der Hochschulpolitik Ein Überblick über den Abkürzungs- und Gremiendschungel, der euch auf den Wahlzetteln erwartet

Dieses Schaubild erklärt die Wahlvorgänge der verschiedenen Gremien der studentischen Selbstverwaltung (StuPa, AStA, FSV, ASV).

In der Woche vom 4. bis 8. Juni werdet ihr in allen möglichen Uni-Gebäuden mal wieder mit dem alljährlichen „Und, hast du schon gewählt?“ begrüßt. Wer seinen Studierendenausweis abgibt, bekommt aber (anders als bei Land- oder Bundestagswahlen) nicht nur einen oder zwei, sondern gleich fünf, manchmal sogar sechs Stimmzettel in die Hand gedrückt, die mit ominösen Abkürzungen wie FSV und StuPa beschriftet sind. Um etwas Licht ins Dunkel der anstehenden Wahl zu bringen, hier einmal ein Schnelldurchlauf durch die Verwaltung.

Dieses Mal werden sowohl die Gremien der studentischen Selbstverwaltung als auch der akademischen Selbstverwaltung gewählt. Die studentische Selbstverwaltung widmet sich dabei der Interessenvertretung der Studierenden, die akademische Selbstverwaltung entscheidet über Richtlinien, Arbeitsweisen und und Grundsatzfragen an der Universität. Zur studentischen Selbstverwaltung gehören das Studierendenparlament (StuPa), die Ausländische Studierenden-Vertretung (ASV) und die Fachschaftsvertretungen (FSV), zur akademischen Selbstverwaltung gehören die Fachbereichsräte (FBR), der Senat und die Vertretung der studentischen Hilfskräfte (SHK-Vertretung).


Das Studierendenparlament (StuPa):

Das StuPa ist das Parlament der Studierendenschaft, also quasi der Bundestag der Studierenden. Es wird einmal im Jahr von allen Studierenden der Universität gewählt und ist das höchste beschlussfassende Gremium der Studierendenschaft. Es besteht aus 31 Parlamentariern und Parlamentarierinnen, die aus verschiedenen Listen kommen, welche an die Parteien des Bundestags angelehnt sind. Dieses Jahr stehen die Listen Liberale Hochschulgruppe, Ring Christlich-Demokratischer Studenten Münster, JuSo-Hochschulgruppe, die LISTE, CampusGrün, SDS.dielinke und die Demokratische Internationale Liste zur Wahl. Die Plätze werden dabei nach den gesamten Stimmen einer Liste berechnet, wobei die Kandidaten einer Liste ins StuPa kommen, die die meisten Stimmen erhalten haben.

Die wichtigsten Aufgaben des StuPas sind wohl die Verabschiedung des Haushaltsplans, also die Entscheidung darüber, wofür der Teil des Semesterbeitrags verwendet wird, der für Aufgaben der Studierendenschaft vorgesehen ist. Dazu kommen Entscheidungen über größere finanzielle Förderung von Veranstaltungen. Außerdem wählt das StuPa den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA), der sozusagen die Regierung bildet. Daneben entscheidet das StuPa über politische Fragen der Studierendenschaft, zum Beispiel Stellungnahmen über (hochschul-)politische Themen wie Anwesenheitspflichten oder Studiengebühren.


Die Ausländische Studierendenvertretung (ASV):

Die ASV vertritt die Interessen aller nichtdeutschen Studierenden, also Ausländische, Staatenlose und Studierenden mit Migrationshintergrund. Daher wählen auch nur Studierende dieser Gruppe die ASV, wobei sie in verschiedene Wahlkreise nach geografischen Regionen aufgeteilt sind. Die ASV arbeitet daran, die rechtliche, gesellschaftliche, ökonomische, kulturelle und soziale Situation der ausländischen Studierenden zu verbessern und ihre Benachteiligung zu bekämpfen. Dazu werden Sprechstunden zur Unterstützung bei etwa Wohnungssuche oder Studiumsprobleme angeboten. Außerdem werden regelmäßig Veranstaltung wie Koch-, Kultur- und Filmabende und das Internationale Sommerfest organisiert, um den kulturellen Austausch zu fördern. Weitere autonome Referate wie das Schwulen-, das Frauen-, oder Sportreferat, die der Repräsentation bestimmter Statusgruppen dienen, werden gesondert von den Angehörigen dieser Statusgruppen gewählt.


Die Fachschaftsvertretung (FSV):

Die Fachschaftsvertretung ist die Interessenvertretung aller Studierenden eines oder mehrerer zusammengehöriger Fächer. Die Fachschaftsvertretung wählt dann den Fachschaftsrat, das ist das, was ihr vermutlich als Fachschaft kennt. Neben der Organisation von O-Wochen, Partys und anderen Veranstaltungen kümmert sich die Fachschaft auch um Studienberatungen und politische Arbeit in unterschiedlichsten Gremien. Dabei geht es zum Beispiel um die Struktur der Studiengänge oder Klausuren, um das Studium möglichst gut für die Studierenden zu gestalten. Außerdem organisieren sich alle Fachschaften zusammen in der Fachschaftenkonferenz, in der sie über finanzielle und politische Fragen beraten.


Der Fachbereichsrat (FBR):

Neben den Fachschaften sind auch alle Fächer in Fachbereichen organisiert. An der WWU gibt es 15 Fachbereiche, zu denen jeweils ein Dekanat und ein FBR gehört. Im FBR sitzen neben den Lehrenden der Hochschule auch wissenschaftlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Studierende. Der FBR wählt das Dekanat. Außerdem entscheidet er über Studien- und Prüfungsordnungen, über die wissenschaftlichen Einheiten des Fachbereichs und über Berufungen und Habilitationen. Zudem wird in Kommissionen über Anwesenheitspflichten in Veranstaltungen entschieden, wo die studentische Mitarbeit besonders wichtig ist.


Der Senat:

Der Senat ist das höchste Gremium der gesamten Universität. Es setzt sich aus Vertretern der verschiedenen Gruppen zusammen, also aus Professorinnen und Professoren, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus der Wissenschaft und aus Technik und Verwaltung und Studierenden. Die Lehrenden haben dabei eine absolute Mehrheit. Der Senat wählt das Rektorat. Er setzt themenspezifische Kommissionen ein, wie die Kommissionen zu Gleichstellung, Finanzen oder Studium und Lehre. Außerdem verabschiedet der Senat Richtlinien und Leitbilder zur universitären Arbeit beispielsweise zum Tierschutz. Daneben werden politische Themen mit Bedeutung für die Universität diskutiert.


Die Vertretung der studentischen Hilfskräfte (SHK-Vertretung):

Die SHK-Vertretung vertritt die Rechte und Interessen aller Studentischen Hilfskräfte gegenüber universitären Gremien und Rektorat. Sie ist damit quasi eine Gewerkschaft an der Uni. Die SHK-Vertretung besteht aus drei jährlich gewählten Mitgliedern. Sie arbeiten an der Verbesserung der Arbeitsbedingungen der SHKs und setzen sich für gerechte Löhne, Arbeits- und Urlaubszeiten ein. Daneben begleitet die SHK-Vertretung die Stellenausschreibungen. Sie informiert Studentische Hilfskräfte über ihre Rechte und versucht in Konfliktsituationen zu klären.

 

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