Von geklauten Weihnachtsbäumen und anderen Lebensweisheiten Ein kleiner Apell an uns Studierende zur Weihnachtszeit

von Anna Scholten

Weihnachten – die wohl besinnlichste Zeit des Jahres. Ich weiß nicht, wie es bei euch aussieht, aber wir haben jedes Jahr an Weihnachten denselben Ablauf. Gemeinsames Frühstück am Morgen und dann widmet sich jede:r den Geschenken, die noch gebastelt oder verpackt werden müssen, bis sich alle im Wohnzimmer einfinden und Opa zum Kaffee und Kuchen vorbeikommt.

Letztes Weihnachten fragte mein jüngerer Bruder unseren Opa, ob auch er als Kind so einen schönen Tannenbaum im Wohnzimmer stehen hatte wie wir. Opa lachte und sagte: „Wir haben jedes Jahr einen Tannenbaum geklaut.“ „Geklaut?“, fragte mein Bruder mit großen Augen. „Ja“, sagte mein Opa. „Du musst wissen, wir hatten einen ganzen Wald voll Bäumen hinten im Garten. Jedes Jahr sind wir, meine sechs Geschwister und ich, in den Wald und haben uns die schönste Tanne von allen ausgesucht! Groß war die und breit – da musste oft der Vater kommen und einiges absägen, damit der überhaupt in unsere Stube passte. Geschmückt hat den dann die Oma. Mit viel Lametta, das macht man ja heute nicht mehr.“

Als mein Opa so aus seinen Erinnerungen erzählte, begann ich nachzudenken. Als Kinder hatten wir auch Traditionen, die wir jedes Jahr wiederholten: Gemeinsames Plätzchenbacken, Weihnachtssingen oder Schlittenfahren. Über die Jahre, nach und nach, sind wir alle ausgezogen – und mit uns sind eben diese gemeinsamen Unternehmungen verschwunden. Dieses Jahr möchte ich zusammen mit meinen Geschwistern einen Tannenbaum aussuchen. Vielleicht nicht ganz so abenteuerlich im Wald wie Opa damals, aber vor allem gemeinsam. Gerade jetzt, wo wir in verschiedenen Städten leben, ist es umso schöner, an Weihnachten gemeinsam etwas zu unternehmen.

Vielleicht gibt es auch bei euch solche schönen Familiengewohnheiten, die über die Jahre verloren gegangen sind. Gerade Weihnachten ermöglicht es, so etwas wiederaufleben zu lassen und das Zusammensein zu genießen. Nehmt euch die Zeit etwas zusammen zu unternehmen und euch über eure Leben auszutauschen. Oder nutzt die Gelegenheit, um Familienmitglieder zu fragen, wie sie in ihrer Kindheit Weihnachten verbracht haben. Sicherlich werdet ihr die eine oder andere schöne Geschichte erfahren. Das Besondere an der Weihnachtszeit ist doch, dass wir uns Zeit für unsere Familie und die Dinge nehmen können, die im Alltag oft zu kurz kommen.

In diesem Sinne euch allen eine schöne Weihnachtszeit!

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